Elimination von Mikroverunreinigungen in der ARA mit Pulveraktivkohle im Belebtschlammbecken

HSR, 2015

Schlussbericht von Kerstin Frank et al. (HSR, UMTEC) in Zusammenarbeit mit M. Thomann und J.Obrecht (HOLINGER), M. Sobaszkiewicz (ARA Flos Stadt Wetzikon), M. Boller (aQa.engineering) und P. Freisler (Ensola Wassertechnik AG).

Zusammenfassung

Auf der ARA Flos in Wetzikon wurde erstmals in der Schweiz die Pulveraktivkohledirektdosierung in die Biologie grosstechnisch pilotiert. Das Verfahren konnte während 1.5 Jahren stabil betrieben werden. Grosse Vorteile dieses Verfahrens sind die geringen notwendigen Infrastrukturanpassungen bei bestehenden Belebtschlammanlagen mit Filtration und der geringe Platzbedarf.

Die Versuche zeigen, dass die Eliminationsleistung von 80 % auf die vom Bund vorgeschlagenen Indikatorsubstanzen sowohl bei Trockenwetter als auch bei Regenwetter stabil erreicht werden können.

Die Eliminationsleistung von 80 % der fünf Indikatorsubstanzen kann im Trockenwetterfall mit einer Dosiermenge von 11 – 18 mgPAK/l erreicht werden. Bei Regenwetter kann mit 19 mgPAK/l die geforderte Elimination von 80% ebenfalls erreicht werden. Die Eliminationsleistung nimmt aufgrund der Verdünnung durch den Regen nicht markant ab. Diese konstante Leistung ist nicht nur auf die Frischkohle, sondern vor allem auf die sich bereits im System befindende„Rücklaufkohle“ zurückzuführen. Diese Erkenntnis könnte einen Einfluss auf zukünftige Dosierstrategien haben und unterstreicht die Bedeutung der Aufenthaltszeit der Aktivkohle im System für die erreichte Elimination.

Aufgrund der guten Auflösung der Messungen im Zulauf der ARA konnte gezeigt werden, dass einzelne Spurenstoffe einen Tagesgang aufweisen und teilweise mit dem Tagesgang von Ammonium korrelieren. Dies könnte auch für die Regelung von anderen Verfahren zur Elimination von Mikroverunreinigungen von Bedeutung sein.

Die PAK-Dosierung in die Biologie führt zu einer grösseren Schlammmenge in der biologischen Stufe und in der gesamten Schlammbehandlung. Auf der ARA Flos war genügend Kapazität vorhanden, um diese zusätzliche Schlammmenge aufzunehmen und keine Reduktion der Reinigungsleistung des Systems zu erzeugen. Bei der Planung einer Stufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ist die zusätzliche Schlammmenge zu berücksichtigen.

Der Sandfilter (Dynasandfilter) hat während des ganzen Versuches sehr gut funktioniert. Im Regenwetterfall ist es möglich, dass gegenüber dem Trockenwetter etwas erhöhte Mengen des Belebtschlamm-Aktivkohle-Gemisches aus der Biologie ausgetragen werden. Wie sich gezeigt hat, wurden diese Feststoffe ohne Probleme auf dem Filter zurückgehalten.

Die Schlammeigenschaften haben sich vor allem im Winter durch die PAK-Dosierung verbessert. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass diese Verbesserung des Schlammvolumenindexes nur zusammen mit der Flockungsmitteldosierung möglich war.

  • Année de publication:  2015

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