Pulveraktivkohle – welche passt?

Aqua & Gas N° 1, 2019

Fachbeitrag von A. Meier (VSA), M. Böhler (EAWAG).

Zusammenfassung

Fünf bis zehn Gramm Pulveraktivkohle weisen die Oberfläche eines Fussballfeldes auf. Das faszinierende schwarze Pulver kann vielerorts eingesetzt werden, zum Beispiel auf Abwasserreinigungsanlagen, um Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu eliminieren – und dies immerhäufiger. Auf dem Markt sind zahlreiche PAK-Sorten verfügbar, die zwar äusserlich nicht zu unterscheiden sind, aber dennoch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Dieser Artikel soll Betreiber und Ingenieure bei der Entscheidung unterstützen, welche Pulveraktivkohle für ihr Abwasser optimal ist und wie sie die Qualität neuer Lieferungen überprüfen können.

Mit PAK können MV zuverlässig entfernt werden. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Produkts ist entscheidend, wie viel PAK zur Erreichung des Reinigungseffekts für ein Abwasser nötig ist. Zudem können je nach ARA weitere Anforderungen wie Elimination von DOC oder Einzelsubstanzen eine Rolle spielen. Daher lohnt sich ein Schüttelversuch mit dem jeweiligen Abwasser, um den geeigneten PAK- Typ zu ermitteln. Dieser gibt Aufschluss über die Eliminationsleistung und somit auch über die notwendige Dosiermenge, die tatsächlichen Betriebskosten und die Umweltauswirkungen. Schwierig wird die Auswahl, wenn die Abwasserzusammensetzung aufgrund von dominanten Einleitern stark schwankt.

Weitere mögliche Einflussgrössen für die Wahl der PAK sind der Preis, PAK- Rückhalt, Nachhaltigkeit, Referenzen, Lieferbedingungen und PAK-Handling. Bei Ausschreibungen sind diese Kriterien transparent und klar zu kommunizieren. Beobachtungen von ARA-Betreibern in Baden-Württemberg zeigen, dass die Qualität eines PAK-Produkts zwischen verschiedenen Lieferungen schwanken kann. Sie haben – unter anderem mit Unterstützung des KomS – Methoden zur einfachen und kostengünstigen Qualitätssicherung vor Ort entwickelt. In jedem Fall empfiehlt es sich, Rückstellproben der neuen Lieferungen zu ziehen, um die vertraglich vereinbarten Qualitätsparameter wie Wassergehalt oder Aschegehalt zu überprüfen und allenfalls die Eliminationsleistung zu messen. Dank funktionierender Netzwerke können Schweizer Betreiber auf diese Erfahrungen aufbauen.

  • Publikationsjahr:  2019

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