Kantonale Planung Zürich

Kt. Zürich, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, 2014

Webseiteeintrag mit kantonaler Planung und aktuellen Projekten – Stand Mikroverunreinigungen.

Zusammenfassung

Die vermehrte Nutzung diverser industriell hergestellter Produkte im täglichen Gebrauch führt zu einem erhöhten Eintrag von Chemikalien in die Gewässer. Insbesondere hormonaktive Stoffe, Medikamente und deren Abbauprodukte, Pflanzen- sowie Materialschutzmittel können bei Fischen und anderen Wasserlebewesen Schädigungen hervorrufen und auch für den Menschen nachteilige Wirkung haben. Diese organischen Spurenstoffe, auch Mikroverunreinigungen genannt, beeinträchtigen schon in sehr tiefen Konzentrationen die Wasserqualität.

Kommunale Abwasserreinigungsanlagen (ARA) können beim heutigen Stand der Technik Mikroverunreinigungen nicht oder nur teilweise entfernen. Gereinigtes Abwasser trägt aus diesem Grund wesentlich zur Belastung der Gewässer mit Mikroverunreinigungen bei. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erarbeitete eine geeignete Strategie sowie rechtliche Grundlagen für eine gezielte Elimination dieser Schadstoffe auf rund 100 ausgewählten Schweizer ARA. Der Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer soll insbesondere bei sehr grossen ARA, bei grösseren ARA im Einzugsgebiet von Seen und ARA an Gewässern mit hohem Abwasseranteil verringert werden. Die entsprechende Gesetzesänderung wurde vom Parlament in der Frühjahrssession 2014 angenommen. Die Verordnungsänderungen liegen im Entwurf vor, ein Inkrafttreten kann per Januar 2016 erwartet werden.

Es gilt nun, nach den Vorgaben des Bundes die aufzurüstenden ARA zu bestimmen. Im Kanton Zürich besteht grosser Handlungsbedarf, da einerseits der Bevölkerungsdruck hoch ist und andererseits viele Gewässer aufgrund geringer Wasserführung mit einem grossen Abwasseranteil belastet sind. Dieser AWEL-Zwischenbericht bietet eine umfassende Herleitung der Auswahl der ARA sowie einen Vorschlag für die technische und zeitliche Umsetzung im Kanton Zürich. Überlegungen zur Kostenfolge und dem erwarteten Nutzen schliessen den Überblick mit Stand Sommer 2014 ab.

Basierend auf den Kriterien des Bundes und einer detaillierten Studie der Holinger AG sollen in den nächsten 20 Jahren 40 von insgesamt 63 kommunalen ARA mit mehr als 1’000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern im Kanton Zürich aufgerüstet werden. Im Detail sind dies die 3 grössten ARA des Kantons, 7 grössere ARA im Einzugsgebiet von Seen und 19 ARA mit über 8’000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern und einem Abwasseranteil von über 10 % im Gewässer. Hinzu kommen 11 ARA mit weniger als 8’000 ange- schlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern, die in Bäche oder Flüsse mit einer hohen Relevanz für das Gewässerökosystem und/ oder die Trinkwasserressource einleiten.

  • Anno di pubblicazione:  2020

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