Einsatz von Pulveraktivkohle zur Elimination von Mikroverunreinigungen aus kommunalem Abwasser – 3. Zwischenbericht

EAWAG, 2009

Zwischenbericht von Ben Zwickenpflug, Marc Böhler, Hansruedi Siegrist, Willi Gujer, Markus Behl, Silvio Neuenschwander, Adriano Joss, Bettina Sterkele, Falk Dorusch (Spurenstoffanalytik) und Juliane Hollender (Spurenstoffanalytik)

Aufbauend auf 2. Zwischenbericht und 1. Zwischenbericht

Zusammenfassung

Der vorliegende 3. Zwischenbericht zur Elimination von Spurenstoffen aus kommunalem Abwasser mittels Pulveraktivkohle fasst die zentralen Ergebnisse der Pilotierungen und der Einzelversuche der Projektphase 2 des MicroPoll‐Projektes zusammen. Projektphase 2 beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Integration und der verfahrenstechnischen Umsetzung der PAK‐Behandlung zur Spurenstoffelimination in die konventionelle Abwasserreinigung nach dem Belebungsverfahren. Ziel der Untersuchungen sind Ergebnisse zur Eliminationsleistung der PAK‐Behandlung und Erfahrungen zum Einfluss auf das Gesamtsystem der Abwasserreinigung.

Um möglichst praxisrelevante Untersuchungen zur Spurenstoffelimination mittels Pulveraktivkohle (PAK) durchführen zu können, wurde Mitte 2009 eine Durchlaufanlage nach dem Belebtschlammverfahren im Pilotmassstab mit nachgeschaltetem Adsorptionsreaktor und Tuchfilter in Betrieb genommen. Die im Adsorptionsreaktor anfallende Überschusskohle kann zur besseren Ausnutzung der eventuell vorhandenen Restadsorptionskapazität optional in die vorgeschaltete Biologie zurückgeführt werden (Gegenstromprinzip). Eine zweite Strasse, die ebenfalls nach dem Belebtschlammverfahren jedoch ohne PAK‐Einsatz betrieben wird, dient als Referenz.

Zusammenfassend kann für den dokumentierten Versuchabschnitt ohne PAK-Rückführung festgehalten werden, dass für einzelne Stoffe die Eliminationsraten nicht zufriedenstellend sind. Einige bereits vorliegende Resultate der Spurenstoffanalytik bei Rückführung der PAK in die Biologie zeigen jedoch eine deutliche Steigerung der Elimination. Die Verfasser gehen davon aus, dass sich die relativen Eliminationsraten durch Rückführung der Aktivkohle in die biologische Stufe der Kläranlage insgesamt deutlich steigern lassen und somit in die Grössenordnung der Ozonbehandlung kommen. Die weiteren Versuchsabschnitte mit Rückführung von 10 bzw. 15 mgPAK/lgereinigtes Abwasser werden hierzu weiteres Wissen generieren.

  • Publikationsjahr:  2009

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